Ann Clancy
Traumpfad der Liebe
656 pages
ISBN 978-3-86800-103-7
Published: 2008
10,95 EUR
"Eine faszinierende Heldin." Adelaide Advertiser
Ein berührender Roman über eine junge Frau, die sich allein durch das raue australische Outback schlägt und schließlich der großen Liebe begegnet.
Die junge und hübsche Kate ist als Waisenkind aus Irland nach Australien gekommen. Dort steht sie am Beginn eines völlig neuen Lebens in einem fremden Land. Sie macht sich bereits nach kurzer Zeit daran, das geheimnisvolle Outback zu entdecken. Schon bald erlebt sie dort Abenteuer, die sie sich nie hätte träumen lassen. Doch sie muss auch erfahren, wie hart das Leben dort sein kann. Und sie hat nicht mit der großen Liebe gerechnet.
Leseprobe
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Ich erkläre es euch nur ein Mal«, verkündete Mr Moorfield, der Leiter des Waisenhauses. »Sobald ihr vierzehn Jahre alt seid und dieses Haus verlassen müsst, werdet ihr nicht mehr aufgenommen. Ihr steht dann auf eigenen Füßen, und wir übernehmen keinerlei Verantwortung für euch, ganz gleich, wie es euch ergehen mag.« Die Mädchen von der Elgin hatten sich auf dem Hof hinter dem Gebäude versammelt, scharrten mit den Füßen und wechselten bedrückte Blicke. Ihre Vorgängerinnen, die vor vier Monaten auf der Inconstant eingetroffen waren, hatten ihnen nämlich schon viel über die hiesigen Verhältnisse erzählt. »Diejenigen von euch, die lesen können, sollten einen Blick in die heutige Zeitung werfen, um zu sehen, welchen schlechten Ruf eure Landsmänninnen genießen. Die Kolonie Südaustralien ist von eurem Betragen nicht gerade begeistert. Es wird sogar gefordert, die Waisenverschickung einzustellen.« Rory O'Connor hatte recht gehabt, dachte Katie. Der Heimleiter musterte seine Zöglinge streng über den Brillenrand hinweg. »Die wenigen unter euch, die über hauswirtschaftliche Kenntnisse verfügen, haben die Möglichkeit, Arbeit zu finden. Der Rest wird der Wirklichkeit ins Auge sehen müssen, dass nur eine Tätigkeit als Hilfskraft auf einer Farm für sie in Frage kommt.« Auch die Vorsteherin von der Eigin musste ihren Senf dazugeben. »Man wird von euch verlangen, dass ihr euch unterordnet und hart arbeitet. Wer fleißig, gehorsam und sparsam ist, wird es zu etwas bringen. Betet zu Gott, unserem Herrn, dass ihr zu denen gehört, die in der neuen Kolonie Fuß fassen können.« Der Heimleiter nickte. »Während eures Aufenthalts wird erwartet, dass ihr ohne zu murren alle Arbeiten verrichtet, die euch das Heim zu eurer Ausbildung aufträgt. Außerdem wird der bereits an Bord der Elgin begonnene Unterricht im Lesen und Schreiben fortgesetzt.« Während Mr Moorfields Vortrag mussten viele ein Gähnen unterdrücken. »Wer gegen die Regeln verstößt, wird hart bestraft ...« Er las von einer Liste ab. Aber Kate hörte gar nicht mehr zu, denn sie hatte nicht vor, lange genug zu bleiben, um gegen irgendwelche Regeln verstoßen zu können. »Himmel, Brigid! Wir warten seit drei Wochen und haben noch kein einziges Stellenangebot bekommen. Also werden wir uns etwas einfallen lassen müssen«, verkündete Kate. Während sie den Hof des Heims fegte, machte sie sich wieder einmal Gedanken über ihre Zukunft. Da Geduld nicht zu ihren Tugenden gehörte, hatte sie nur wenig Lust, ihre Zeit in diesem Heim zu vergeuden. Brigid saß auf einer Bank und mühte sich mit dem Flicken von Bettwäsche ab. »Nun, ich bin nicht in Eile. Natürlich wäre es nett, hier herauszukommen, aber wenn ich mir anhöre, was die anderen so erzählen, scheinen draußen recht raue Sitten zu herrschen. Weißt du, was der armen Mary O'Leary passiert ist?« »Nein.« »Sie hat gleich das erste Stellenangebot angenommen, und zwar als Hausmädchen auf einer Farm in der Nähe von Adelaide. Doch ihr Arbeitgeber hat sich als wahrer Schuft entpuppt. Er ist ein Trunkenbold und verging sich an ihr.« Brigid senkte die Stimme. »Nun bekommt sie ein Kind, und er wirft ihr vor, sie hätte sich herumgetrieben, obwohl es eindeutig von ihm ist. Gestern war sie hier, aber sie wollen sie nicht wieder aufnehmen. Wahrscheinlich ist es besser, zu bleiben, als sich solchen Gefahren auszusetzen.« »Die Arme tut mir wirklich leid. Doch wir können nichts für sie tun, solange wir festsitzen und kein Geld verdienen. Wir müssen ... « »Ihr da!« Eine herrische Stimme unterbrach ihr Gespräch. Kate wirbelte herum. Die großen Holztüren des Heims waren geöffnet, der Pförtner war nirgendwo zu sehen. Ein hoch gewachsener Mann, der Sporen und einen breitkrempigen Filzhut trug, band gerade sein Pferd an dem Geländer vor dem Gebäude fest.
»Zeigt mir den Weg zum Büro des Heimleiters!« »Jawohl, Sir«, erwiderte Kate, nahm militärische Habachtstellung ein und salutierte.
Copyright © 1996 by Arm Clancy
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Steinerne Furt, 86167 Augsburg
Copyright © 1996 by Arm Clancy
Übersetzung: Karin Dufner