Foreign Rights

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Marian Babson
Die Katze, die zu viel wusste
240 pages
ISBN 978-3-86800-102-0
Published: 2008
4,95 EUR

Tierisch witziger Katzen-Krimi

Herrlich absurd, wunderbar kurzweilig und "very british"! Nach dem Tod ihres Pekinesen Fleur-de-Lys ist die exzentrische Schauspielerin Dame Cecile untröstlich. Mit ihren Kolleginnen Evangeline und Trixie macht sie sich auf den Weg zum Tierpräparator. Doch als sie dort ankommen, ist der Präparator tot, sein Geschäft steht in Flammen. Trixi kann gerade noch eine Katze aus dem Feuer retten. Und damit bricht das Chaos erst richtig aus.



Leseprobe

1

Wenn Sie mich fragen, dann übertrieb Dame Cecile Savoy es gewaltig. Oder besser gesagt: Sie kostete es bis zum Letzten aus. Ich bin so mitfühlend wie jeder andere Mensch - wie jeder andere außer Evangeline -, aber sie begann mir allmählich auf die Nerven zu gehen. Sicher, Witwentrachten waren zu ihrer Zeit vermutlich angemessen gewesen, aber ich kann mir nicht vorstellen, wo sie heutzutage überhaupt noch eine hatte auftreiben können. Bestimmt handelte es sich um die Oberreste einer uralten Bühnenproduktion - vermutlich etwas in der Art des viktorianischen Bestsellers East Lynne. Vor allem galt das für den langen, alles verhüllenden, schwarzen Mantel. Ihr Gesicht wurde von dem drapierten schwarzen Schleier verdeckt, aber nach dem Wimmern und Schniefen zu urteilen, das durch den Stoff drang, war das auch ein Segen. Von Zeit zu Zeit verschwand ein schwarzer Handschuh mit einem schwarz gesäumten Taschentuch unter dem Schleier, um Tränen abzutupfen. Evangeline sah mich an und verdrehte die Augen; ich schaute zu ihr und folgte ihrem Beispiel. Beide versuchten wir, den reglosen Körper in dem Tragekorb zu ignorieren, der mit der Öffnung zu uns auf dem Klappsitz stand. Dame Cecile hatte sich beharrlich geweigert, ihn in den Kofferraum zu stellen. Das würde ein langer Tag werden. »Also dann ... « Eddie schloss die Wagentür und nahm hinter dem Lenkrad Platz. Wir hatten sein Taxi für den ganzen Tag gemietet, damit er uns von London nach Brighton fuhr. »Wohin soll's gehen? Zum Tierfriedhof, wie? Ich kenne mich hier unten nicht so gut aus. Sie müssen mir schon sagen, wohin ...« »>KlappeKlappeKlappeHalt die ... <«

»>KlappeLetzten Klappe< - der Tierpräparator, Sie Dummkopf!« Dieser Tag würde noch viel länger werden, als ich es erwartet hatte. Begonnen hatte alles gestern Morgen mit diesem Anruf. Eines Tages werde ich mir angewöhnen, nicht jedes Mal dranzugehen, wenn das Telefon klingelt. Allerdings rechnete ich damit, dass meine Tochter Martha am Apparat wäre, die mir seit Tagen ankündigte, sie müsse mir etwas ganz Wundervolles erzählen - und deshalb griff ich zum Hörer. »Hallo? ... Hallo?« Im ersten Moment kam es mir so vor, als befinde sich der Anrufer unter Wasser, denn die glucksenden, gurgelnden Geräusche vom anderen Ende der Leitung hörten sich eher nach einer undichten Sauerstoffleitung in einem Aquarium an, nicht aber nach einer menschlichen Stimme. »Ev-uuu-huu ... Evan-uuu-huu ... vangel-uuu-huu ... «, schniefte es aus der Leitung. »Wollen Sie Evangeline sprechen?«, fragte ich aufs Geratewohl. »Wer ist denn da?« Es klang nicht nach einem Anruf, über den sie sich freuen würde. »Lassen Sie mich mit ihr reden!« Die Frau am anderen Ende der Leitung bekam ihre Stimme weitestgehend in den Griff und sprach nun einigermaßen verständlich. »Ich bin verzweifelt! Ich brauche menschliche Wärme, Mitgefühl, Verständnis ... «, jammerte sie. »Und da wollen Sie Evangeline sprechen?« Sie musste wirklich verzweifelt sein. Oder es gab noch eine andere Evangeline in der Stadt, und sie hatte sich schlicht verwählt. »Welche Nummer wollten Sie denn wählen?« »Trixie! Hören Sie auf, sich dumm zu stellen, und holen Sie sie!« Der plötzliche Kommandoton in ihrer Stimme - die allmählich etwas vertrauter klang - fiel einem erneuten Uuu-huu und einem Schniefen zum Opfer. »Das ist ein Notfall!« »Das muss es wohl sein«, murmelte ich und rief: »Evangeline! Es ist für dich!« » Um diese Zeit?« Es war noch nicht einmal zehn Uhr, und obwohl wir beide längst nicht mehr im Bett lagen, waren wir noch nicht ganz wach. Stattdessen saßen wir da und warteten darauf, dass das Koffein unserer ersten Tasse Kaffee Wirkung zeigte und wir in die Lage versetzt wurden, uns eine zweite Tasse einzugießen. »Die Frau sagt, sie braucht ...« Um diese Zeit schaffte ich es noch nicht, die ganze Wendung von Wärme, Mitgefühl und so weiter zu wiederholen. »Sie will dich sprechen.« Evangeline riss mir den Hörer aus der Hand und warf mir einen wütenden Blick zu, als hätte ich diesen Anruf arrangiert, nur um sie zu ärgern. »Wer ist da?«, fauchte sie. »Wissen Sie eigentlich, wie spät es ist? Oder hat Ihnen noch nie jemand erklärt, was die beiden Zeiger auf einer Uhr zu bedeuten haben?«

Copyright © 2003 by Marian Babson

Published by Arrangement with Ruth Stenstreem

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2009

Verlagsgruppe Weltbild GmbH

Steinerne Furt, 86167 Augsburg

Übersetzung: Ralph Sander

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Elisabeth Steppich
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